Yanhua Shao

Musikschuldozentin

unterrichtet Gesang und Elementare Musikpädagogik

Interview mit Yanhua Shao

Unterrichtsfächer:
Gesang (Klassik/Pop), Elementare Musikpädagogik (EMP)

Studium:
Von 2005 bis 2012 Gesangspädagogik und Elementare Musikpädagogik sowie zusätzlich Konzertklasse und Chorleitung in Mainz am Peter-Cornelius-Konservatorium

Wie wurden Sie Musikerin?
Das ist eine lange Geschichte. Dadurch, dass meine Mutter immer mit einer kleinen Orgel gespielt hat, habe ich immer nebenbei gesungen. Meine erste Gesangsaufnahme ist entstanden, als ich neun Monate alt war. Ich habe ein Kinderlied gesungen. Mein Vater und fast seine ganze Familie singen sehr gut und meine Oma mütterlicherseits war eine Opernsängerin. Daher, denke ich, kommt dieses Talent von beiden Familien. Ich habe schon mit sechs Jahren in einem leistungsstarken Chor in Shanghai gesungen, bis ich ungefähr 21 Jahre alt war und hatte fast jede Woche einen Auftritt. Dadurch habe ich viel trainiert. Dann kam ich nach Deutschland und habe weiter studiert.

Was fasziniert Sie am Fach Gesang?
Gesang ist eine sehr persönliche Sache, weil jede Stimme ganz anders klingt. Die Stimme ist auch ein Instrument, aber dieses Instrument kann man nicht verkaufen oder kaufen. Jeder hat eine eigene Stimme und darf sie nicht wechseln. Und wenn du mit deiner eigenen Stimme umgehen kannst, dann kannst du deine Emotionen genauso äußern, wie du sie spürst. Das finde ich sehr besonders.

Was gefällt Ihnen am Fach Elementare Musikpädagogik?
Die Kinder sind sehr natürlich. Sie reagieren direkt und wenn ich mit ihnen Kinderlieder singe, tanze oder Instrumente spiele, dann merke ich, wie glücklich sie sind. Man fühlt sich in diesem Moment auch sehr jung. Ich bin die erste Person für die Kinder, die sie auf dem Weg zur Musik begleitet. Darauf bin ich ganz stolz.

Was gefällt Ihnen am Unterrichten?
Wenn meine Schülerinnen und Schüler sofort umsetzen können, was ich vermittelt habe, es später von sich aus benutzen und andere Lieder dann genauso frei singen können, dann merke ich, dass ich etwas richtig Gutes gemacht habe. Und wenn die Schülerinnen und Schüler durch meine Unterstützung durch Technik oder musikalische Bearbeitung eigene Emotionen äußern können und sich darüber freuen, dann ist das wahnsinnig toll. Ich habe einen Schüler, der Kfz-Meister ist und er muss bei der Arbeit ganz oft Unfälle sehen. Dann kommt er ganz ausgelastet, aber nach dem Unterricht kann er hüpfend die Treppen rausgehen. Es geht nicht nur darum, wie ich Technik beibringe, sondern auch um die schöne Musik, sodass er wieder Energie und Freude auftankt und nicht weiter an seinen stressigen Alltag denkt. Dadurch fühle ich mich wahnsinnig erfolgreich.

Was macht guten Unterricht aus?
Ich denke erstmal muss man die Schüler:innen persönlich kennenlernen. Wenn ich sie singen höre, dann spüre ich schon ihre Persönlichkeit und ihr Gefühl. Am Anfang ist es wichtig, dass ich auch zeige, dass ich total offen bin, dass ich alle Musikrichtungen akzeptiere und Geduld habe, sodass die Schülerinnen und Schüler entspannt vorsingen. Wenn man dieses Vertrauen hat, dann macht es alles ganz einfach im Unterricht.

Was bedeutet Ihnen Musik?
Musik bedeutet alles für mich. Egal, ob ich Musik höre oder selbst singe, fühle ich mich richtig schön aufgetankt. Musik ist für mich nur etwas Positives. Ich würde niemals traurig werden, wenn ich diese schöne Musik höre, auch bei traurigen Liedern.