„Weißt Du noch, damals bei den Schnaaken…“

Ausstellung blickt auf über 30 Jahre Vereinsgeschichte zurück

Es hat sich zu einer schönen Tradition entwickelt, dass zum Altstadtfest im an der Feiermeile gelegenen Stadtmuseum eine neue Ausstellung eröffnet wird. In diesem Jahr steht die mittlerweile 32-jährige Geschichte des Vereins „Die Schnaaken“ im Mittelpunkt der vergangenen Freitag eröffneten Sonderschau.

Eigentlich sollte die Ausstellung bereits zum 25-jährigen Vereinsjubiläum gezeigt werden. „Corona und andere Hindernisse haben uns damals einen Strich durch die Rechnung gemacht“, berichtet Hubert Schöggel, der die Ausstellung initiiert und gemeinsam mit aktiven und ehemaligen Schnaaken die Exponate zusammengetragen hat. Einige Jahre später konnte das Vorhaben nun endlich umgesetzt werden.

„Es gibt eigentlich keinen besseren Anlass, als die Vereinsgeschichte der Schnaaken zum Altstadtfest zu zeigen“, sagte Hartmut Blaum, Vorsitzender des Volksbildungswerks, das für den Betrieb des Stadtmuseums verantwortlich ist, anlässlich der Eröffnung.

Fotos, Plakate und eine legendäre Seifenkiste

Rund 130 Fotos, Veranstaltungsplakate, Eintrittskarten, T-Shirts und Zeitungsartikel geben einen Einblick in die Geschichte des Vereins. Zu den besonderen Ausstellungsstücken gehört eine Seifenkiste – ein Relikt des legendären „Hinkelsteinrennens“, das von den Schnaaken organisiert wurde.

Heiko Langelotz, der den Verein drei Jahrzehnte lang als Vorsitzender prägte und inzwischen Ehrenvorsitzender ist, weiß, wie umfangreich die Vereinsgeschichte ist: „Wenn man über 30 Jahre Vereinsgeschichte in einer Ausstellung unterbringen möchte, merkt man ziemlich schnell: Es ist verdammt viel passiert in dieser Zeit und wir können gar nicht alles zeigen.“

Die Geschichte der Schnaaken begann im März 1995. Damals beschlossen 17 junge Menschen in der Gaststätte „Zum Treffpunkt“, einen Verein zu gründen und die Tradition des kurz zuvor letztmalig veranstalteten „Rock im Schnaakeloch“ fortzuführen.

Unter dem Namen „Die Schnaaken“ organisierte das zunächst noch unerfahrene Team um Langelotz in den folgenden Jahren zahlreiche Veranstaltungen. Dazu gehörten Partys, ein Jazzfrühschoppen und Open-Air-Kino. Die Schnaaken beteiligten sich an Kerweumzügen und waren mit einem eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.

2014 kam das Äpplerfest hinzu. Mit den „Live & Laut“-Konzerten schufen die Schnaaken zudem eine Plattform für lokale Bands und gaben damit auch Kelsterbacher Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit, vor heimischem Publikum aufzutreten.

Freundschaft als Erfolgsrezept

Was den Verein über die vielen Jahre hinweg besonders gemacht hat, beschreibt Langelotz vor allem mit einem Wort: Freundschaft. „Wir sind und handeln als Freunde. Wir haben nicht nur Veranstaltungen organisiert, wir haben auch gemeinsam gelebt und gefeiert“, sagte der Ehrenvorsitzende.

Diese besondere Verbundenheit habe auch die Veranstaltungen geprägt und zum Erfolg beigetragen. „Gut gelaunte Schnaaken stecken gut gelaunte Gäste an. Gut gelaunte Gäste reißen die Bands mit und die Bands sorgen dann wiederum dafür, dass die Stimmung noch besser wird. Das ist etwas, das muss man gemeinsam erleben“, so Langelotz.

Für diejenigen, die selbst Teil der Schnaaken-Geschichte waren, zeigt die Ausstellung deshalb weit mehr als Fotos und Plakate vergangener Veranstaltungen. Sie erzählt von Freundschaften und Weggefährten, von verrückten Ideen und langen Nächten, von viel Arbeit, gemeinsamen Erlebnissen und vor allem von zahlreichen schönen Erinnerungen.

Langelotz wünschte allen Besucherinnen und Besuchern viel Freude beim Anschauen, Wiedererkennen und Erinnern. Vielleicht entstehe beim Rundgang ja auch der eine oder andere Gesprächsanlass für ein „Weißt Du noch, damals bei den Schnaaken …?“

Rund 750 Besucher beim Altstadtfest

Dass die Ausstellung auf großes Interesse stößt, zeigte sich bereits während des Altstadtfestes. Das Museumsteam zählte an den drei Tagen knapp 750 Besucherinnen und Besucher, die in den Erinnerungen an mehr als drei Jahrzehnte Vereinsgeschichte schwelgen wollten.

Wer die Ausstellung am vergangenen Wochenende verpasst hat, hat noch bis zum Jahresende Gelegenheit, den Besuch nachzuholen. Das Stadtmuseum ist – ausgenommen während der hessischen Schulferien – immer sonntags von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.