Auf dem ehemaligen Ticona-Gelände geht es voran

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung, Umweltschutz, Mobilität stellten Mitarbeiter des Immobilienmanagements der Fraport AG, Stefan Glowitzki und Alexander Ostoike, den aktuellen Stand der Arbeiten zur Vorbereitung der Wiederbesiedlung des ehemaligen Ticona-Geländes vor. 

Fraport ist Eigentümer des 35 Hektar großen, „Logistikhub West“ genannten Areals, das auf Kelsterbacher Gemarkung liegt und hier als Gewerbegebiet Airport City West firmiert.

Dem Eigentümer zufolge wird seit Mitte vergangenen Jahres am Umbau des Gebäudes 700 gearbeitet, das von der Bundespolizei genutzt werden soll. Außerdem wird eine Straße gebaut, die das Gelände mit dem Straßennetz auf dem Flughafen-Vorfeld verbinden soll. Beide Maßnahmen sollen bis Ende des laufenden Jahres abgeschlossen werden.

Des Weiteren laufen Arbeiten zur dauerhaften Sicherung der ökologischen Funktion. Diese sogenannten CEF-Maßnahmen dienen als vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen dem Artenschutz. Konkret geht es darum, Randbereiche der Gesamtfläche als Lebensräume für auf dem Areal heimische, schützenswerte Tiere herzurichten. Dies sind die Zauneidechse, die Heidelerche, die Kreuzkröte und der Flussregenpfeifer.

Auf einem Teil des Gebiets wird zurzeit eine chemische Altlast aus Zeiten des Ticona-Werks beseitigt.

Da die vorhandene Erschließungsstraße, die Professor-Staudinger-Straße, allein nicht ausreicht, muss Fraport als Eigentümer der Liegenschaft das Gewerbegebiet mit einer weiteren Straße ans öffentliche Straßennetz anbinden. Diese Straße soll von der Bundesstraße 43 in Höhe des Mönchhofgeländes abzweigen und hinüber zum ehemaligen Ticona-Gelände führen. Dabei muss die Bahnlinie mittels einer Unterführung gekreuzt werden. Beginn der Planungsphase für die neue Straße ist Anfang 2027, das Genehmigungsverfahren ist für das Jahr 2028 vorgesehen, gebaut werden soll in den Jahren 2029 und 2030, die ist Inbetriebnahme ist für Ende 2030 geplant.

Künftige Nutzer des Gewerbegebietes können aber eventuell auch bereits vor Fertigstellung der Straße ihre Tätigkeit am Standort aufnehmen, sofern es die jeweiligen Bedürfnisse betreffend die Verkehrsinfrastruktur und die technische Infrastruktur zulassen. Vornehmlich sei mit Interessenten aus der Logistikbranche zu rechnen, meint Stefan Glowitzki. Das große, zusammenhängende Areal sei bundesweit von Interesse. Auf Nachfrage aus den Reihen der Ausschussmitglieder gaben die Fraport-Vertreter zur Auskunft, dass auch andere Gewerbearten denkbar seien, beispielsweise Rechenzentren, sofern der enorme Energiebedarf zu decken wäre. Bürgermeister Manfred Ockel sagte, um bezüglich der Gewerbesteuereinnahmen nicht in die Abhängigkeit eines einzelnen, großen Unternehmens zu geraten, sei aus Sicht der Stadt Kelsterbach eine Besiedlung des Gebietes mit mehreren Firmen zu bevorzugen. Glowitzki betonte, Fraport strebe eine nachhaltige und werthaltige Entwicklung des Gebiets an, dabei habe man auch das Thema Gewerbesteuer im Fokus.