Die herbstliche Natur mit allen Sinnen erlebt

In der letzten Woche der Herbstferien hatte die Kelsterbacher Jugendförderung (JuKe) zu den Naturtagen „Wild JuKe“ eingeladen. Zwölf Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren waren von Montag bis Freitag dabei, um den Herbst und die Natur mit allen Sinnen zu erleben. 

Gemeinsam entdeckten sie die Umgebung, wurden mit natürlichen Materialien kreativ tätig und erfuhren spielerisch, was Nachhaltigkeit bedeutet. Bei Ausflügen waren zudem Orientierungssinn, Teamgeist, Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefragt. Und selbstverständlich wurden Gemeinschaft und Spaß großgeschrieben.

Zum Auftakt ging es nach einem Kennenlernspiel direkt gemeinsam in den Wald, wo alle möglichen Materialien – zum Beispiel Blätter, Moos, kleine Zweige, Steine, Tannenzapfen – gesammelt wurden. Diese wurden dann im Jugendzentrum zum Gestalten individueller herbstlicher Naturbilder verwendet.

Tags darauf mussten die Unternehmungen wegen Regens leider ins Jugendzentrum verlegt werden. Der Kreativität wurde freier Lauf gelassen, als die Kinder mit Fimo-Knete fantasievolle, oftmals von Halloween inspirierte, gruselige Figuren gestalteten. Zum Abschluss wurden dann Gemeinschaftsspiele gespielt.

Am Mittwoch stand ein Ausflug zum Hof des Bauern Lipp in Weiterstadt auf dem Programm. Dort stürmten die Ausflügler zunächst zusammen ins fast 40.000 Quadratmeter große Maislabyrinth und fanden mit vereinten Kräften auch wieder den Weg hinaus. Anschließend ging es ins sogenannte Kürbisparadies, das mit vielen überlebensgroßen Figuren – zum Beispiel der Comicfigur Spongebob, der Pokemon-Figur Pikachu oder einem Einhorn –, die aus Kürbissen gestaltet waren, lockte und ein wunderschönes, buntes Bild abgab. Außerdem konnte man viele Leckereien aus Kürbis probieren und es gab einen großen Spielplatz.

Am nächsten Tag stand der Aspekt der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Aus Kastanien stellten die Kinder ein natürliches, nachhaltiges Waschmittel, das weder umweltschädigende chemische Zusatzstoffe noch Plastik und Mikroplastik enthielt, eigenhändig her. Die Samen der Rosskastanie enthalten Stoffe – sogenannte Saponine –, die in Verbindung mit Wasser eine seifenähnliche Lauge bilden. Die Kinder legten die kleingeschnittenen Kastanien mit warmem Wasser in einem Gefäß ein und ließen das Ganze bis zum nächsten Tag stehen. Danach wurde der Glasinhalt durch ein Sieb abgeseiht und die Flüssigkeit aufgefangen. Im Kühlschrank hält sich das so gewonnene Naturwaschmittel fünf Tage, zu Eiswürfeln gefroren aber deutlich länger. Aus den überzähligen Kastanien konnten die Kinder Kastanienmännchen basteln, überdies erhielten sie noch zwei Hagebutten-Rezepte – für Tee und Mus – mit auf den Heimweg.

Am letzten Tag der Naturwoche stand noch einmal ein Ausflug auf dem Programm. Der Meisterturm in Hofheim war das Ziel, von dessen Spitze aus eine schöne Aussicht genossen werden konnte. Anschließend wurde eine lehrreiche Naturrallye auf dem Lehrpfad „Mensch und Erde“ unternommen. Dabei war es die Aufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Natur genau zu beobachten. Unter anderem galt es etwa, das Landschaftsbild zu studieren, verschiedene Gesteinsarten und -formen zu finden, die unterschiedliche Beschaffenheit von Böden und von Pflanzen wahrzunehmen, Spuren von Menschen und von Tieren zu finden. Außerdem bauten die Kinder aus dicken Ästen einen Unterstand, auf den sie sehr stolz waren. Nach der Rückkehr zum Jugendzentrum haben alle Kinder, die an der Wild-JuKe-Woche teilgenommen haben, ein individuelles Naturwochenzertifikat erhalten.