Jüdisches Leben in Kelsterbach: Das bewegende Tagebuch von Friedrich Adler
Die Remonstranten Kelsterbach laden am Freitag, 13. November, 19 Uhr, zu einem Vortrag mit Lesung im Gemeindezentrum, Brandenburger Weg 7, ein.
Harald Freiling widmet sich den Erinnerungen des Kelsterbacher Bürgers Friedrich Adler, der als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt und schließlich ermordet wurde.
Adler, der 1910 in Kelsterbach geboren wurde, wohnte mit seinen Eltern und seinem Bruder Julius in der Rüsselsheimer Straße 25. Dort betrieben sie ein Geschäft für Sportbekleidung. Wie die Familie von Anne Frank ging Friedrich Adler schon vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in die Niederlande ins Exil, um der Verfolgung der Juden in Deutschland zu entgehen. Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht wurden die Juden auch in den Niederlanden entrechtet und schließlich in die Vernichtungslager deportiert. Adler tauchte unter, und im Versteck schrieb er gemeinsam mit seiner niederländischen Frau Elisabeth den Hartog seine Erinnerungen an sein Leben in Deutschland, die Flucht vor den Nazis und die Verfolgung in den Niederlanden auf. 1944 wurden Friedrich Adler und seine Frau verraten und ins KZ Westerbork deportiert. Elisabeth den Hartog wurde in Auschwitz ermordet, Friedrich Adler starb am 15.12.1944 im KZ Dachau. Sein Bruder Julius Adler und seine Eltern entkamen der Judenvernichtung durch die Flucht nach Brasilien. Im Jahr 2016 tauchten völlig überraschend die handschriftlichen Erinnerungen Friedrich Adlers an seine Kindheit und Jugend, das jüdische Leben in Kelsterbach, den Beginn der Nazi-Herrschaft in Kelsterbach und in Frankfurt auf.
Harald Freiling stellt die eindrücklichen Erinnerungen Friedrich Adlers vor und berichtet darüber, wie sie schließlich über 70 Jahre später zurück nach Kelsterbach kamen. Freiling unterrichtete bis 2012 an der IGS Kelsterbach und gehört zu den Initiatoren der Stolpersteine zur Erinnerung an die jüdischen Familien in Kelsterbach.