Jugendförderung organisierte vielfältige Aktionen zum Internationalen Mädchentag

Rund um den Internationalen Mädchentag setzte die Jugendförderung der Stadt Kelsterbach gemeinsam mit Schulen und Kooperationspartnern zahlreiche Projekte um.

Im Mittelpunkt standen die Rechte von Mädchen, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, gegenseitige Unterstützung und die Stärkung des Selbstbewusstseins.

Bereits im September starteten die ersten Aktionen an drei Kelsterbacher Schulen. Mit unterschiedlichen pädagogischen und kreativen Angeboten wurden Kinder und Jugendliche dazu eingeladen, sich mit ihren Rechten auseinanderzusetzen, eigene Stärken zu entdecken und sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Unter dem Motto „Stark. Laut. Zusammen. – Dein Raum, deine Grenzen, deine Stimme!“ fanden am 3. September mit der Karl-Krolopper-Schule (KKS) und am 9. September mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) zwei Projekttage im Jugendzentrum Kelsterbach statt.

Im Mittelpunkt standen Selbstbehauptung, persönliche Grenzen, Selbstvertrauen und Zusammenhalt. In verschiedenen praktischen Übungen beschäftigten sich die Mädchen damit, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen deutlich zu kommunizieren und die Grenzen anderer zu respektieren. Bei der Übung „Meine Grenze – dein Abstand“ konnten die Teilnehmerinnen beispielsweise ausprobieren, wie unterschiedlich persönliche Wohlfühlabstände sein können. In weiteren Übungen trainierten sie, selbstbewusst „Stopp“ zu sagen, sich gegen unangenehme Situationen abzugrenzen und bei Bedarf Unterstützung zu holen.

Auch das Thema Mobbing spielte eine wichtige Rolle. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie Ausgrenzung entsteht, was eine starke Gemeinschaft ausmacht und wie Mädchen füreinander einstehen können. Dabei wurde besonders deutlich, dass Zusammenhalt auch bedeutet, nicht wegzuschauen, wenn andere Unterstützung benötigen.

Neben den inhaltlichen Einheiten kam auch das Gemeinschaftserlebnis nicht zu kurz. Beim gemeinsamen Zubereiten von Wraps und alkoholfreien Cocktails sowie bei gegenseitigen Komplimenten standen Teamarbeit, Wertschätzung und ein positives Miteinander im Vordergrund.

Ein weiteres Schulprojekt fand am 29. September an der Bürgermeister-Hardt-Schule statt. Unter dem Titel „Malalas magischer Stift“ beschäftigten sich die Kinder mit den Themen Kinderrechte, Bildung und Gleichberechtigung. Ausgangspunkt war das gleichnamige Kinderbuch der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, das die Geschichte eines Mädchens erzählt, das sich für das Recht auf Bildung und die Rechte von Mädchen einsetzt. Gleiches hat Yousafzai in der Realität getan und deshalb im Jahr 2012 als Fünfzehnjährige einen Mordversuch pakistanischer Taliban erlitten und überlebt. Im Anschluss an die gemeinsame Buchbetrachtung durchliefen die Kinder verschiedene kreative Stationen. Sie gestalteten eigene magische Stifte und überlegten, was sie mit einem solchen Stift auf der Welt verändern würden. Ihre Ideen und Wünsche hielten sie auf gemeinsamen Plakaten fest.

An einer weiteren Station setzten sie sich mit den wichtigsten Kinderrechten auseinander und gestalteten dazu Handabdrücke. Zum Abschluss wurde gemeinsam über Gleichberechtigung gesprochen und darüber, weshalb der Internationale Mädchentag auch für Jungen von Bedeutung ist. Das Projekt machte deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Mädchenrechten nicht ausschließlich Mädchen betrifft, sondern alle Kinder für Chancengleichheit und gegenseitigen Respekt sensibilisieren soll.

Auch über die Projekttage hinaus engagierte sich die Bürgermeister-Hardt-Schule für die Mädchenarbeit in Kelsterbach. Am 1. Oktober organisierte der vierte Jahrgang in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit und der Jugendförderung einen Kuchenverkauf in der Stadt- und Schulbibliothek. Bereits im Vorfeld besuchte die Schulsozialarbeit die vierten Klassen, um mit den Schülerinnen über den Internationalen Mädchentag und den Zweck der Aktion zu sprechen. Mittels eines Elternbriefs wurden die Familien informiert und um Kuchenspenden sowie Unterstützung beim Verkauf gebeten. Insgesamt kamen 16 gespendete Kuchen zusammen. Neun Kinder aus den Klassen 4a, 4b und 4c unterstützten die Aktion tatkräftig. Die Schule entschied, dass der Erlös von 266,60 Euro dem Mädchentreff der Jugendförderung Kelsterbach zugutekommen soll. Somit haben die Kinder und ihre Familien mit ihrem Engagement einen Beitrag zur Unterstützung der Mädchenarbeit vor Ort geleistet.

Ein weiteres sichtbares Zeichen setzte der Demonstrationszug am 21. Oktober durch die Kelsterbacher Stadtmitte. Gemeinsam machten Mädchen sowie Unterstützerinnen und Unterstützer auf die Rechte, Wünsche und Bedürfnisse von Mädchen weltweit aufmerksam und setzten ein Zeichen für Gleichberechtigung, Vielfalt und Selbstbestimmung.

Ein Höhepunkt war die kreisweite Veranstaltung „Just Girls in Action“ am 23. Oktober im Jugendhaus Bischofsheim. Unter dem Motto „Aufblühen – wir sind bunt, divers und wunderbar“ kamen rund 100 bis 120 Mädchen aus verschiedenen Kommunen zusammen, um gemeinsam zu feiern, kreativ zu werden und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Veranstaltung wurde in interkommunaler Zusammenarbeit von verschiedenen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit gestaltet und richtete sich an Mädchen ab neun Jahren. Ein abwechslungsreiches Programm bot zahlreiche Möglichkeiten zum Ausprobieren und Mitmachen. Die Teilnehmerinnen konnten unter anderem T-Shirts bedrucken, Buttons gestalten, eigene Seedbombs herstellen oder sich bei handwerklichen Angeboten ausprobieren. Auch eine Fotobox, kreative Mitmachstationen und Angebote rund um Gefühle und Selbstwahrnehmung standen auf dem Programm.

Für Bewegung und Unterhaltung sorgten ein gemeinsames „1, 2 oder 3“- Quiz, Tanzanimation und eine abschließende Disco. Verschiedene Essensangebote und Rückzugsmöglichkeiten rundeten die Veranstaltung ab. Im Mittelpunkt stand die Botschaft, dass Mädchen unterschiedlich sein dürfen, ihre individuellen Stärken wertvoll sind und Vielfalt eine Bereicherung darstellt. Die Veranstaltung bot einen geschützten Rahmen, in dem Gemeinschaft, Kreativität und Selbstbestimmung im Vordergrund standen.