Schließung der Tegut-Filiale – Wie es in Kelsterbach weitergeht
Bereits in dieser Woche schloss die Tegut-Filiale am Sandhügelplatz in Kelsterbach ihre Pforten. Lange war unklar, wie es weitergeht. Nun ist sicher, dass am Standort eine Netto-Marken-Discount-Filiale eröffnet.
Seit 2017 war Tegut mit einer Filiale in Kelsterbach vertreten. Diese ist nun geschlossen. Dabei sah es lange gut aus für den Vollsortiment-Supermarkt, der 1947 in Fulda gegründet wurde. Mit zahlreichen Neueröffnungen machte Tegut zwischen 2014 und 2020 unter anderem Rewe Konkurrenz und brachte sein Sortiment mit regionalen, veganen und Biolebensmitteln an den Kunden. 2017 übersprang Tegut gar die Milliardenumsatzmarke. Doch dahinter stand eine Unternehmenssanierung sowie Schließung unrentabler Filialen, seit Tegut 2013 an die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich verkauft wurde. Was als vielversprechende Investition begann, mündete in der Entlassung der deutschen Tegut-Geschäftsführung 2024, der Einsparung von Frischetheken und Auswahl an Bioprodukten in verschiedenen Filialen und schließlich dem Rückzug von Migros aus dem deutschen Markt. Ein Verkauf der Marke Tegut wurde nicht vollzogen, Ende 2026 wird das Unternehmen Geschichte sein.
Seit dies offiziell wurde, wird das Tegut-Filialnetz zerschlagen und unter den Handelsriesen Edeka und Rewe aufgeteilt, wobei Edeka mit 178 Standorten den Löwenanteil der Filialen vom Kartellamt zugesprochen bekam. Dazu zählt auch der Standort in Kelsterbach.
Mit der unterschiedlich gewichteten Aufteilung zwischen Edeka und Rewe will das Kartellamt einen Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens auf das Bundesgebiet gesehen verhindern. Und auch der wirksame Wettbewerb auf den Beschaffungsmärkten – Lebensmittel und andere Waren sowie Dienstleistungen, die von Rewe oder Edeka eingekauft werden – soll dadurch bestehen bleiben.
Was sich jetzt ändert
In die bisherige Tegut-Filiale an der Mörfelder Straße wird der zu Edeka zugehörige Netto-Marken-Discount einziehen. Netto besitzt bislang über 4.430 Filialen mit über 89.000 Beschäftigten und zählt mit einem Umsatz von 17,9 Milliarden Euro zu den führenden Unternehmen in der Lebensmitteleinzelhandelsbranche. Auch Bioprodukte finden sich darunter, die entweder mit dem eigenen Netto-Biolabel BioBio gekennzeichnet sind oder mit den gängigen Hochstandardlabeln Naturland und Biokreis. Ebenso können sich Payback-Punktesammler freuen, denn Netto ist Partner des Bonusprogramms.
Eine Neueröffnung der Filiale am Sandhügelplatz wird voraussichtlich am Donnerstag, 19. November, vollzogen. Dabei werden die bisherigen Tegut-Beschäftigten von Netto weiterbeschäftigt. „Mit der Übernahme schafft Netto eine langfristige Perspektive für die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tegut und stärkt zugleich die wohnortnahe Nahversorgung für die Kundinnen und Kunden in den betroffenen Regionen“, so Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Netto.